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Herzliche Einladung zum nächsten Treffen:

am 16. November 2019 um 9Uhr

"Leben bis zum Schluß- Leben im Haus Zuversicht"

mit den Referentinnen

Christel Kuhs Niermann und Anna Scheilke


Hier ein Rückblick auf das Frauenfrühstück vom 23. März 2019

Pastorin Barbara Fischer

"Es müssen nicht immer Männer mit Flügeln sein"

Theologische Gedanken Bilder und Geschichten zu Engeln

   
Frau Fischer begann den Morgen mit einem Gedicht:
 
Es müssen nicht Männer mit Flügeln sein..
( Rudolf Otto Wiemer) 
Es müssen nicht Männer mit Flügeln sein,
die Engel.
Sie gehen leise, sie müssen nicht schrein,
oft sind sie alt und hässlich und klein,
die Engel.

Sie haben kein Schwert, kein weißes Gewand,
die Engel.
Vielleicht ist einer, der gibt dir die Hand,
oder er wohnt neben dir, Wand an Wand,
der Engel.

Dem Hungernden hat er das Brot gebracht,
der Engel.
Dem Kranken hat er das Bett gemacht,
und er hört, wenn du ihn rufst, in der Nacht,
der Engel.

Er steht im Weg und er sagt: Nein,
der Engel.
Groß wie ein Pfahl und hart wie ein Stein
es müssen nicht Männer mit Flügeln sein,
die Engel.

  

Danach wurden auf der Leinwand verschiedene Engelbilder gezeigt, die Barbara Fischer durch ihre Ausführungen lebendig werden ließ.
 
Ich kann hier nur einige Bilder erwähnen, wie zum Beispiel Raphael, der den Erzengel malte, eins der bekanntesten Bilder. Im AltemTestament lesen wir von  Raphael. Er ist im Buch Tobit der Engel, der das Gebet von Tobias, dem Sohn des Tobit hört. Er begleitet ihn auf seiner Reise von Ninive nach Rages und vermittelt ihm Sara als Ehefrau. Schließlich heilt er noch Tobias’ Vater Tobit. In der Jüdische Tradition:  Raphael wird mehrfach in anderen Texten der jüdischen Tradition als einer der Engel genannt, der Abraham heilte. Das hebräische rapha'el bzw. raphach bedeutet: „Gott heilt (die Seele).“ Raphael wird als der Engel der Heilung bezeichnet. Sein Name teilt den Wortstamm mit dem hebräischen Wort für Heilung (rophe).  
 

Engel sind Geistwesen, zwischen Gott und den Menschen. Sie werden als Boten, gesandte Gottes bezeichnet. Im griechischen heißen sie Angelos, oder Hermes, auch der Götterbote genannt.

 
Im Koran gibt es viele Engel, sie heißen Dschinn und werden häufig erwähnt. Ihnen ist eine eigene Sure gewidmet. Ausdrücklich gilt die Verkündung des Propheten nicht nur für die Menschen, sondern genauso auch für die Dschinn. Dschinn sind in der koranischen Schöpfungsgeschichte aus „rauchlosem Feuer“ erschaffen worden. Wie die Menschen sollen die Dschinn „dazu geschaffen sein, Gott zu dienen. Zu Zeiten des Propheten stellten einige Dschinn bei einer Versammlung fest, dass sie die Engel nicht mehr sprechen hörten. Sie zogen los, um den Grund dafür herauszufinden. Sie fanden Mohammed, als dieser den Koran las. Dies geschah eben, weil der Prophet für Dschinn ebenso wie für die Menschen den Koran offenbarte. Diese Dschinn konvertierten zum Islam, da sie nun alles erfahren hatten, was sie wissen mussten.
  
Im nächsten Bild sahen die anwesenden 62 Frauen, wie Hagar und Ismaël verstoßen und gerettet werden durch einen Engel Gottes. Dazu steht im 1. Mose 21 Vers 15:  Eines Tages sah Sara den Sohn der Ägypterin Hagar spielen, das Kind, das diese Abraham geboren hatte. Da sagte sie zu ihrem Mann: »Jag diese Sklavin und ihren Sohn fort! Der Sohn der Sklavin darf nicht mit meinem Sohn Isaak zusammen erben!« Abraham missfiel das sehr, denn auch Ismaël war ja sein Sohn. Aber Gott sagte zu Abraham: »Gräme dich nicht wegen des Jungen und deiner Sklavin! Tu, was Sara von dir verlangt; denn die Nachkommen Isaaks sollen als deine rechtmäßigen Nachkommen gelten. Aber auch den Sohn der Sklavin werde ich zu einem Volk machen, weil er von dir abstammt.«Am nächsten Morgen nahm Abraham Brot und einen Schlauch mit Wasser, legte beides Hagar auf die Schulter, übergab ihr das Kind und schickte sie fort. Hagar ging weg und irrte ziellos in der Wüste bei Beerscheba umher. Als das Wasser im Schlauch aufgebraucht war, warf sie das Kind unter einen Strauch und setzte sich etwa einen Bogenschuss davon entfernt auf die Erde. Denn sie sagte: »Ich kann nicht mit ansehen, wie der Junge stirbt!« So saß sie in einiger Entfernung und weinte laut. Aber Gott hörte das Kind schreien. Da rief der Engel Gottes vom Himmel aus Hagar zu: »Warum bist du verzweifelt, Hagar? Hab keine Angst, Gott hat das Schreien des Kindes gehört! Steh auf und nimm den Jungen bei der Hand; denn ich werde seine Nachkommen zu einem großen Volk machen.«
Besonders hier wurde deutlich, dass die Darstellungen der Engel und Gott oft verschwimmen. Engelsboten wirken manchmal fast so, wie Gott persönlich. Viele sind auch nicht auf Anhieb zu erkennen, weil sie flügellos sind.

 

Die Geschichte des Isaak, in der er fast seinen Sohn opfert, und der nur durch das Eingreifen des Engels davon ablässt, war allen  Frauen bestens bekannt.

 

Als Elia völlig erschöpft vom Berg Kamel nach dem Kampf zurückkehrt und für unsere heutigen Begriffe mit einem Burn out darniederliegt, rührt der Engel ihm an und stärkt ihn. Danach hat Elia die Kraft zum Berg Horeb zu gehen.

 

So erging es Bileam in 4. Mose 22, Vers 21: Da stand Bileam am Morgen auf und sattelte seine Eselin und zog mit den Fürsten der Moabiter. Und die Eselin sah den Engel des HERRN auf dem Wege stehen mit einem bloßen Schwert in seiner Hand. Und die Eselin wich vom Weg ab und ging auf dem Felde; Bileam aber schlug sie, um sie wieder auf den Weg zu bringen.Und als die Eselin den Engel des HERRN sah, drängte sie sich an die Mauer und klemmte Bileam den Fuß ein an der Mauer, und er schlug sie noch mehr.Und als die Eselin den Engel des HERRN sah, fiel sie auf die Knie unter Bileam. Da entbrannte der Zorn Bileams, und er schlug die Eselin mit dem Stecken.Da tat der HERR der Eselin den Mund auf, und sie sprach zu Bileam: Was hab ich dir getan, dass du mich nun dreimal geschlagen hast? Bileam sprach zur Eselin: Weil du Mutwillen mit mir treibst! Ach dass ich jetzt ein Schwert in der Hand hätte, ich wollte dich töten! Die Eselin sprach zu Bileam: Bin ich nicht deine Eselin, auf der du geritten bist von jeher bis auf diesen Tag? War es je meine Art, es so mit dir zu treiben? Er sprach: Nein.Da öffnete der HERR dem Bileam die Augen, dass er den Engel des HERRN auf dem Wege stehen sah mit einem bloßen Schwert in seiner Hand, und er neigte sich und fiel nieder auf sein Angesicht. Da sprach Bileam zu dem Engel des HERRN: Ich habe gesündigt; ich hab's ja nicht gewusst, dass du mir entgegenstandest auf dem Wege. 

Dort erscheint also der Engel als jemand, der sich in den Weg stellt, um etwas zu verhindern. 

 

 

Ein weiteres Bild: Jakobs Traum von einer „Himmelsleiter“ (Gen 28,10-22). Dort wird erzählt, wie Jakob irgendwo im offenen Gelände schläft und im Traum eine Himmelsleiter  sieht. Sie steht auf der Erde und ragt mit ihrer Spitze zu Gott in den Himmel. „Göttliche Wesen“ steigen an ihr auf- und nieder. Daran erkennt Jakob, dass hier eine Verbindung zwischen Himmel und Erde besteht und Gott an diesem Ort wohnt.

   

„Lobt Gott, Ihr Christen alle gleich“

in diesem bekannten Weihnachtslied singen wir von Engeln, aber Engeln, die den Weg versperren können:

 

Heut schließt er wieder auf die Tür
zum schönen Paradeis;
der Cherub steht nicht mehr dafür.
Gott sei Lob, Ehr und Preis,
Gott sei Lob, Ehr und Preis!

  

Indem wir in der Kirche beim der Abendmahlliturgie singen: 

„Heilig, Heilig, Heilig ist Gott, der Herr Zebaoth“, stimmen wir  dabei in den Gesang der Seraphim mit ein.

 

Neues Testament

Im Lukas Evangelium loben die Engel bei der Verkündigung der Botschaft Gott als himmlische Heerscharen. 

Bei der Versuchung erscheint Satan als ein gefallener Engel, der Jesu versucht. Jesus weist ihn von sich, danach erscheint ein anderer Engel hinter ihm, um ihn zu stärken.  

Die Engel am Grab Jesu verkündigen in allen vier Evangelien die Auferstehung Jesu. Bei der Himmelfahrt nehmen die Engel ihn auf in den Himmel.

In Kolosser 2 tauchen die Engel im Zusammenhang mit der Warnung vor Irrlehren auf und in Römer 8 steht: „Denn ich bin gewiss, dass weder Tod noch Leben, weder Engel noch Mächte noch Gewalten, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, weder Hohes noch Tiefes noch irgendeine andere Kreatur uns scheiden kann von der Liebe Gottes, die in Christus Jesus ist, unserm Herrn. Das soll uns zeigen, dass sie sich nicht zwischen Gott und uns stellen sollen.

  

Ein Schutzengel, wie in dem Lied, “Breit aus die Flügel beide“ war schon immer eine positive Vorstellung der Menschen- zu sehen auf vielen alten Bildern. Ein Bild, das Frau Fischer auf der Leinwand zeigte, war vielen der Anwesenden noch aus Großelterns Schlafstube bekannt: ein Engel, der die Flügel  schützend über einem Kinder Geschwisterpaar ausbreitet.  
Auf vielen Friedhöfen finden wir Engelsfiguren, in der Hoffnung, dass sie die Seelen zum Licht in den Himmel führen. 
Besonders eindrucksvoll sind die Taufengel in vielen Kirchen. In Vlotho Valdorf wird er zum Beispiel immer zu Taufen von der Decke heruntergelassen- und der meistgewählte Taufspruch dazu ist Psalm 91,11: „ Gott hat seinen Engeln befohlen, dass sie dich behüten.“
 
Beim Aufschreiben dieser einzelnen, nicht vollkommenen Erinnerungen, wird mir noch einmal besonders bewußt, wie hilfreich die Bilder waren, die über die Leinwand gezeigt wurden. Hier ist es scheinbar nur eine Aufzählung von Engelsbegegnungen, der Vortrag  aber bekam erst Tiefe und Gefühle über das Sehen und die dadurch entstandenen Vorstellungen von Engelsgestalten.
Ganz besonders beeindruckend waren für mich die Schattenengel, Das heißt Engel, die man auf den Bildern erst bei genauerem Hinsehen oder Suchen sah. Menschen waren dargestellt, die umhüllt, geschützt und behütet waren von Licht und Form- halt unsichtbaren Wesen.
 
Nach den Tischgesprächen las Frau Fischer noch die Geschichte vom „Engel Franz", geschrieben von Hans Heinrich Strube vor. Eine berührende Begebenheit, in der der Engel die Gestalt eines kleinen Junge annahm. Er machte einem anderen Jungen eine riesen Freude, durch ein gespendetes Eis. Damit schloss sich der Kreis, denn wenn wir aufmerksam und liebevoll durchs Leben gehen, begegnen uns sicher selbst Engel und wenn wir gesegnet sind, dürfen wir vielleicht auch einmal für jemand Anderen ein Engel sein.

 

Wir danken Frau Fischer sehr herzlich für den schönen Vormittag und wünschen auch ihr viele weitere Engel, die Ihren Weg schützen und begleiten. 

 

Für einen besonderen Hörgenuss sorgte Antje Grüger mit ihrer keltischen Harfe.

Dafür, dass sie eigens für uns neue Saiten auf ihre Harfe gezogen und ein halbes Jahr erneut auf ihrem wunderbaren Instrument geübt hat, danken wir besonders.    

Für Änderungsvorschläge dieser Seite bin ich jederzeit offen.

Marie-Luise Marufke

 

 
 
 

Das Frauenfrühstück findet zwei Mal im Jahr- Samstags von 9- 11.30Uhr im Gemeindehaus der Bartholomäuskirche, Kirchweg 10, 33647 Bielefeld statt.  

Bitte melden Sie sich im Gemeindebüro oder bei einer der unten stehenden Mitarbeiterinnen an.  

Informationen über das nächste Treffen stehen in der Terminübersicht
  
Kontaktpersonen sind:
Frau Spruch, Tel. 0521/95968060
Frau Marufke, Tel. 0521/410143 

 
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