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 Herzliche Einladung zum nächsten Treffen: am 28.März 2020  9.00- 11.30 Uhr

Referentin Delia von Pflug  

Leben im Beginenhof –

eine Alternative zu den traditionell vorgegebenen Wohnformen?

  

„Wie lebten die Beginen, diese schlicht gekleideten und doch so schillernden Frauengestalten des Mittelalters, Grenzgängerinnen zwischen klösterlichem und profanem Leben? Wir wissen nicht wirklich viel von ihnen, und gerade das macht sie so anziehend. Zwischen den Eckpfeilern Gemeinschaft, Selbstständigkeit und Spiritualität bleibt ein wunderbarer Freiraum für Träume, Wünsche und Projektionen für Frauen, die auf der Suche nach Alternativen zu den traditionell vorgegebenen Lebensformen sind. Den Halt einer verbindlichen Gemeinschaft zu verknüpfen mit dem heute obligatorischen Ziel der Selbstverwirklichung und Selbstbestimmung, dazu ein achtsamer Umgang mit Menschen und Umwelt, das ist schon ein äußerst verlockender Entwurf.“

(aus: Ulrike Friebel, Das Tagebuch der Begine Renitente) 

 

 

 

 

Anmeldung bitte bis spätestens 3 Tage vorher - gerne aber auch schon früher im Gemeindebüro: 

Tel. 0521/94 23 823 oder info(at)kirchengemeinde-brackwede(dot)de

oder siehe ganz unten auf dieser Seite stehende Mitarbeiterinnen des Teams (AB)


Hier ein Rückblick auf das Frauenfrühstück vom 16. November 2020

Leben in Würde bis zuletzt

-Leben in Haus Zuversicht

Referentin: Christel Kuhs-Niermann

Im September vor 10 Jahren begann die Arbeit der Referentin Christel Kuhs-Niermann im Haus Zuversicht. An ihrem Schatz an Erfahrungen ließ sie die 60 Zuhörerinnen im Gemeindesaal teilhaben- an Erlebtem und dem Leben in Haus Zuversicht.

Der Morgen begann beschwingt mit einem Walzer von `Karl Maria von Weber` - Anne Eisenhauer Biermann spielte Klavier und die Referentin blies Horn dazu. Zunächst erfuhren die anwesenden Frauen die Historie der Hospizbewegung. Cicely Sounders war eine englische Krankenschwester, die 1918 in Barnet, Südengland geboren wurde. 1937 begann sie das Studium der Philosophie, Politik und Ökonomie, brach es aber wegen dem gerade ausgebrochenen Zweiten Weltkrieg ab, um etwas Nützlicheres zu machen. Sie ließ sich zur Krankenschwester ausbilden. Als sie Ende der 1940er Jahre im Hospital in London arbeitete, lernte sie den gerade 40 Jährigen Patienten, David Tasma kennen, einen aus Polen stammenden Juden und Überlebender des Warschauer Ghettos. Auf Grund seiner fortgeschrittenen Krebserkrankung litt er unter stärksten Schmerzen und wurde von Saunders in seinen letzten Wochen begleitet. Es ging ihr nicht nur um Linderung der Schmerzen sondern auch um das "ins Reine kommen" mit dem Leben und Sterben. Als er starb, vermachte er ihr sein Vermögen von 500Pfund- für ein Fenster in dem Haus "von dem sie immer gesprochen und geträumt haben". Sie merkte allerdings schnell, dass ihre Fähigkeiten dafür nicht ausreichten und begann mit 33 Jahren ein Medizinstudium. Sie forschte nun für die Menschen, denen mit herkömmlicher Behandlung nicht mehr zu helfen war. Es entstand die "Palliativ Betreuung"- Palliativ bedeutet ummanteln, den ganzen Menschen bergen. Besonders wichtig waren ihr die Studien zur Schmerzbehandlung. Die Schmerzmittel wurden nun nach Plan gegeben, einem Zeitplan rund um die Uhr. Das war revolutionär, wurden die Medkiamente bisher nur dann gegeben, wenn die Schmerzen unerträglich geworden waren. Durch die kontinuierliche Gabe der Medikamente konnte eine dauerhafte Reduktion der körperlichen Schmerzen errreicht werden, sowie eine Minimierung der psychischen Leiden. Nach dem Ansatz wird auch heute noch gearbeitet. 1967 eröffnete sie dann das St. Christopher`s Hospital in Sydenham im Südosten Londons. - Christopher, der Schutzpatron der Reisenden.- Die Menschen im Hospiz werden auch heute als Gäste angesehen und es wird ihnen so die Möglichkeit gegeben, die letzten Tage ihres Lebens so angenehm, wie möglich zu verleben.

 

Sie sollen immer spüren:

"Du bist wichtig, weil du du bist und wir werden alles für dich tun, damit du nicht nur in Frieden sterben, sondern  leben kannst bis zuletzt. 

"Es geht nicht darum, dem Leben mehr Tage hinzuzufügen, sondern die Tage mit Leben zu füllen."

(Cicely Sounders 1918- 2005)

 

Diese Aufgabe kann man nur als gutes Team bewältigen. In eínem solchen Team in Haus Zuversicht fühlt sich auch Christel Kuhs- Niermann aufgehoben und dadurch gestärkt für den Dienst.  Haus Zuversicht, eine ehemalige Pastorenvilla und Haus für Frauen mit Handicap, ist seit Juni 1998 eine stationäre Einrichtung. Die Gäste sind, wie gesagt, als Reisende in dieser Herberge zu Besuch. Zehn Einzelzimmer mit Raum für Pflegehilfen und etwas Platz für Persönliches stehen zur Verfügung.

Durch Fragen wurde der Vormittag nun sehr lebendig. Es wurde zum Beispiel gefragt, ob die Plätze ausreichen sind, für Bielefeld. Frau Kuhs- Niermann verwies darauf, dass es neben dem Erwachsenenhospiz auch noch das Kinderhospiz und zwei Palliativstationen in Bielefeld gibt.

Er wird viel mehr auch Zuhause gestorben. Der Wunsch vieler Menschen geht immer mehr dahin. Betreut durch ehrenamtliche Dienste und natürlich Ärzte und Pflegedienste, die rund um die Uhr zur Verfügung stehen, kann es auch eine gute ambulante Pflege geben. Man kann sich in diesem Palliativnetz sicher sein, jederzeit - auch telefonisch Hilfe zu bekommen. Erfahrene Kräfte können oft schon in einem Gespräch den Ratsuchenden helfen. 

Im Haus Zuversicht gibt es täglich Anfragegespräche durch Betroffene, Angehörige, Hausärzte, Ärzte und Sozialdienste aus den umliegenden Krankenhäusern. Ist ein Gast ins Haus Zuversicht eingezogen und haben sich seine Symptome nach einer Weile gut kontrollieren lassen, d.h. ist Linderung von z. B. Schmerzen, Übelkeit, Ängsten eingetreten, kann der Gast auch wieder ausziehen. Keine(r) muss bleiben und darf wieder ausziehen, wenn Zuhause oder oder in einem betreuten Wohnen die Pflege gewährleistet ist und kann zu einem späteren Zeitpunkt wieder ins Hospiz einziehen.

Das Hospiz wird zu 95% durch die Krankenkasse und durch die Pflegekasse gezahlt. 5% müssen  durch Spenden gedeckt werden. Niemand soll abgewiesen werden, weil er/sie es nicht zahlen kann.

Eine Frau fragte, ob sie sich auch weigern könne, weiter behandelt zu werden, um dann im Hospiz aufgenommen zu werden. Diese Frage bedarf einer gründlichen Abwägung. Wie ist die Prognose, wie ist das häusliche Umfeld, gibt es Kinder, gibt es Partner, wie alt ist der Mensch???... denn wir dürfen alle nicht vergessen, dass wir eines Tages sterben werden.

Die Entscheidungen sind so individuell, wie das Leben. Viele persönliche Fragen wurden an diesem Vormittag angesprochen. Wichtig war den Frauen die Feststellung: "Ich darf leben- ich darf aber auch sterben." 

Besonders wichtig war es Christel Kuhs-Niermann darauf hinzuweisen, eine Patientenverfügung zu verfassen- mit den Ärzten und Zugehörigen zu sprechen, welche Wünsche man für den Fall hat, nicht mehr selbst entscheiden zu können.

Getragen fühlt sich die Referentin von einem guten Team, einer guten Zusammenarbeit und ihrem Zuspruch aus der Bibel: "Wir sehen jetzt durch einen Spiegel in einem dunklen Wort, dann aber von Angesicht zu Angesicht. Jetzt erkenne ich es stückweise; dann aber werde ich erkennen gleichwie ich erkannt bin." -Korinther 13, Vers 12

Ich möcht dass einer mit mir geht....mit diesem gemeinsamen Lied verabschiedete die Referentin Christel Kuhs-Niermann gemeinsam mit ihrer Teefreundin Anne Eisenhauer- Biermann die Gästinnen des Vormittages.

Wir sagen herzlich Dankeschön! 

    

Für Änderungsvorschläge dieser Seite bin ich jederzeit offen.

Marie-Luise Marufke

 

Das Frauenfrühstück findet zwei Mal im Jahr- Samstags von 9- 11.30Uhr im Gemeindehaus der Bartholomäuskirche, Kirchweg 10, 33647 Bielefeld statt.  

Bitte melden Sie sich im Gemeindebüro oder bei einer der unten stehenden Mitarbeiterinnen an.  

Informationen über das nächste Treffen stehen in der Terminübersicht
  
Kontaktpersonen sind:
Frau Spruch, Tel. 0521/95968060
Frau Marufke, Tel. 0521/410143 

 
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