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DIE GANZE CORONA

Alles spricht z. Zt. von Corona.

Vor allem vom drohenden Klo-Papier-Engpass.

Manches wäre ja noch tapfer zu ertragen.

Aber die Vorstellung, dass wir demnächst wieder wie damals nach dem Krieg die Tageszeitung mit dem Küchenmesser auf handliches Wischformat bringen müssen, hat in der Tat etwas Beklemmendes.

Völlig ungeklärt ist indes, wieso Corona eigentlich „Corona“ heißt.

Selbst bis in die Regierungsetagen hinein herrscht über diesen rätselhaften Namen offenbar blanke Unkenntnis.

Da hilft es denn auch wenig, wenn irgendwelche Neunmalklugen darauf hinweisen, dass „Corona“ ursprünglich dem Lateinischen entstamme und wörtlich so viel wie „Kranz“, „Kreis“ oder „Schar“ bedeute.

Bildung muss nicht immer hilfreich sein.

 

Über all das kann der Niederrheiner natürlich nur müde lächeln.

Wer zwischen Osterath und Obrighoven groß geworden ist, weiß selbstverständlich, dass „Corona“ seit alters zu den Grundbeständen des hiesigen Wortschatzes gehört und manch eine Erzählung eigentlich erst interessant macht.

„Letzten Sonntag waren mal wieder die Büdericher bei uns zu Besuch: Onkel Karl-Egon und Tante Irmtraud, Hannelies und Manfred, Jennifer und Thorsten, Mirja, Finley und Luna-Marie. Die ganze Corona.“

Und gerade gestern berichtete Claas-Hendrik – noch immer leicht erschöpft – von seinem Junggesellenabschiedsabend in der Düsseldorfer Altstadt.

Alle waren mit: die Kollegen aus der Abteilung, die Jungs von der Alten Herren bei TuS 09 und sogar ein paar Kumpels von der Volksschule damals in Rheinkamp.  „Wat meinze: die ganze Corona.“

Auch daran sei erinnert, dass es mal vor Jahren eine seltene Naturerscheinung gab. Die halbe Nachbarschaft, also „die ganze Corona“, stand unten im Hof und versuchte, durch ihre rußgeschwärzten Glasscherben bei der verfinsterten Sonne eine „Corona“ zu erkennen. Kaum einem ist es gelungen.

Kurz: Bei Corona handelt es sich also um eine Heimsuchung der besonderen Art.

Und wenn ich nur an die Büdericher Sippschaft oder gar an Claas-Hendriks Junggesellenabend denke, dann wird mir mehr und mehr klar, woher die gegenwärtige Virusplage ihren Namen hat.

Für den waschechten Niederrheiner ist also „Corona“ nichts wirklich Neues.

Ein altvertrautes Wort, hinter dem sich eine regelrechte „Schar“ von nervenden Lebenserfahrungen verbirgt.

Die ganze Corona eben.

 

von Okko Herlyn

K  
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