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Geteiltes Leid ist halbes Leid.

Liebe Geschwister im Reich Gottes!

Wie jedes Jahr mache ich mir auch dieses Mal in dieser Zeit Gedanken darüber, wie ich die Botschaft von Karfreitag den Menschen nahe bringen kann.

Es ist traurig, dass wir nicht Gottesdienst feiern können, dass wir nicht gemeinsam „O Haupt voll Blut und Wunden“ singen, auf eine Passionsgeschichte aus den 4 Evangelien hören, uns in großer Runde um den Tisch des Herr versammeln, die Nähe Gottes spüren und uns die Hände reichen.

Dass, was wir seit Jahren gewohnt waren, ist jetzt nicht mehr möglich – oder zumindest nicht ratsam.

Muss der Karfreitag also dieses Jahr ausfallen?

Oder liegt vielleicht gerade darin eine besondere Chance?

Die Menschen heute leiden darunter, sie nicht mehr so zusammenkommen können wie gewohnt. Sie fühlen sich zerrissen und allein gelassen.

Ist es den Jüngern Jesu nicht ganz ähnlich gegangen, den Frauen und Männern, die Jesus auf einem Teil seines Lebensweges begleitet haben, allem voran seine Mutter Maria?

Und wie zerrissen und alleingelassen wird sich erst Jesus selbst gefühlt haben – damals am Kreuz? Er, der Sohn Gottes, war ein Mensch wie wir.

Wir sind allein – und gerade in diesem Alleinsein ist uns Jesus ganz nahe.

Die Kirchen bleiben am Karfreitag geschlossen. Aber – damit rechne nicht nur ich – Millionen werden Gottesdienst feiern: in ihren Familien, vor den Fernsehern oder Radios in ihren Wohnungen, mit der aufgeschlagen Bibel in der Hand oder mit gefalteten Händen.

Sie alle werden dabei hoffentlich spüren, dass sie dabei nicht allein sind sondern mit vielen anderen verbunden.

Ich werde an diesem Karfreitag wohl nicht auf die Kanzel steigen, niemandem im Gottesdienst oder am Ausgang der Kirche die Hand geben. Ich werde wohl im Wohnzimmer vor dem Fernseher Gottesdienst feiern und anschließend – das habe ich mir vorgenommen – werde ich 2 (nicht mehr) Menschen anrufen oder ihnen eine Mail schreiben, sie fragen, wie es ihnen geht, und ihnen erzählen, wie ich diesen Tag erlebe.

Vielleicht ist das auch für Sie eine Möglichkeit? Oder Sie haben eine noch viel bessere Idee, die besser zu Ihren und Ihrer Situation passt.

Wie viel besser geht es uns heute doch, als den Menschen damals, von denen uns die Karfreitagsgeschichten in der Bibel erzählen?!

Vor allem deshalb geht es uns besser, weil wir wissen, wie die Geschichte weitergeht.

Am Kreuz schreit Jesus ganz verzweifelt: „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?“ (Markus-Evangelium Kapitel 15 Vers 34).

Aber 3 Tage später verkündet ein Engel im leeren Grab die frohe Botschaft: „Ihr sucht Jesus von Nazareth, den Gekreuzigten. Er ist auferstanden, er ist nicht hier. Seht da die Stätte, wo sie ihn hinlegten!“ (Markus-Evangelium Kapitel 16 Vers 6).

Das konnten die Frauen erst gar nicht glauben, erzählten es nur zögerlich ganz wenigen weiter.

Und doch verbreitete sich die Botschaft wie ein Lauffeuer in aller Welt.

Ich wünschen Ihnen einen gesegneten Karfreitag und auch schon frohe Ostern.

Bleiben Sie behütet.

Ulrich Meyer-Gieselmann, Pfarrer

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