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Beim Beten die Hände waschen

Als meine Tochter mein Wort zum Tag gelesen hatte „Beim Händewaschen das Vater-Unser beten“, fragte sich mich sofort: „Willst du jetzt, dass die Leute beim Hände-Waschen beten oder nicht?“

Sie steht kurz vor dem Abschluss ihres Psychologie-Studiums in Süddeutschland, kann zurzeit aber nicht weiterarbeiten. Deshalb sprechen wir über Telefon und über Skype öfter miteinander als sonst.

Und sie hat Zeit, mich zu beraten – und stellt mir die wichtigen, entscheidenden Fragen.

Die Antwort ist allerdings etwas komplizierter als die Frage.

Die Leute sollen sich gerade in dieser Zeit sorgfältig die Hände waschen. Und sie sollen beim Beten mit ihren Gedanken ganz bei Gott sein. In klösterlichen Gemeinschaften heißt das seit vielen Jahrhunderten, sie sollen beten und arbeiten. Beides soll nicht zu kurz kommen. In den Klöstern gibt es deshalb die Stundengebete und dazwischen die Zeiten, in denen die Nonnen und Mönche arbeiten.

Auf der anderen Seite schreibt Paulus im 1. Brief an die Gemeinde in Thessaloniki:

Betet ohne Unterlass. (1. Thess. 5,17).

Wie soll das möglich sein? Kein Mensch kann lange überleben, wenn er die Körperpflege vernachlässigt, wenn er nicht ausreichend schläft, isst und sich bewegt. Und ganz aufs Arbeiten verzichten können höchstens die, die sich voll und ganz von anderen von anderen versorgen lassen. Aber wer tut das schon freiwillig? Für erwachsene gesunde Menschen wäre das eine schreckliche Qual. Man kann nicht immer nur beten.

Das wusste selbstverständlich auch Paulus. Er kannte die Grenzen menschlicher Möglichkeiten. Froh wurde er erst, als er begriffen hatte, dass Gott immer liebevoll für ihn da ist. Was wir Menschen beim besten Willen und mit aller Kraft nicht schaffen können, das dürfen wir getrost ihm überlassen dürfen.

Deshalb will Paulus nicht auch nicht, dass wir immer nur beten – und dabei alle Arbeit einstellen. Paulus will, dass wir alles, was wir tun und lassen, in dem Bewusstsein tun, dass Gott uns dabei zusieht – wie liebevolle Eltern dem Spiel ihrer Kinder.

Bei ganz einfachen Tätigkeiten gelingt es mir manchmal dabei gleichzeitig zu beten, beim Gehen, Sitzen oder Stehen zum Beispiel. Wahrscheinlich kann meine Mutter auch beim Stricken oder Kartoffel-Schälen beten. Auf diese Arbeiten muss sie sich nicht mehr konzentrieren; das hat sie viele Jahrzehnte lang immer wieder gemacht. Dabei hat sie den Kopf frei für anderes, ohne dass dadurch das Ergebnis ihrer Arbeit schlecht würde. Mir aber fehlt dafür die Übung.

Beten Sie also ruhig beim Händewaschen - aber nur, wenn ihre Hände danach wirklich gründlich sauber sind. Ansonsten lieber erst das eine und dann das andere. Beten dürfen Sie so oft und solange, wie Sie möchten.

Bleiben Sie dabei vernünftig. Das ist das Beste, was Sie tun können, um nach Gottes Gebot zu leben: „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst.“ Gott allein ist der Herr, er allein.

Das war mein Wort zum Tag für heute.

Am Ende eines Gottesdienstes spreche ich den Gemeindeglieder immer den Segen Gottes zu. So wie sonst ist das in dieser Zeit nicht möglich, zumindest nicht vernünftig. Deshalb schreibe ich Ihnen jetzt den Segen zu:
Der Herr segne dich und behüte dich.
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig.
Der Herr erhebe dein Angesicht auf dich und gebe dir seinen Frieden.

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