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Weitere Gedanken in der 3. Woche nach Ostern

Laien und Profis

Von den äußeren Umständen meiner ersten Video-Konferenz habe ich hier ja schon berichtet.

Heute möchte ich von den Inhalten erzählen.

 

Für die Referentin war eine Video-Konferenz offensichtlich nichts Neues.

Die Pfarrerin und Dozentin am Institut für Aus-, Fort- und Weiterbildung der Evangelischen Kirche von Westfalen Elke Rudloff hat Theologie und Psychologie studiert.

In ihrem Beruf als Pfarrerin waren ihre Schwerpunkte „Gottesdienste in vielerlei Gestalt“ und „Neue Glaubensformen und Kontaktpflege mit der mittleren Generation“.

Sie war Sprecherin beim „Wort zum Sonntag“ und arbeitete viele Jahre als evangelische Senderbeauftragte für das ZDF, ist Mitglied der Liturgischen Konferenz der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und hat an zahlreichen Publikationen zum Thema Gottesdienst mitgewirkt.

Ein absoluter Profi also für das Thema Video-Gottesdienste.

 

Sie gab uns Hinweise, durchaus naheliegend, aber ich wäre wahrscheinlich mein Lebtag nicht darauf gekommen:
Wie lange läuten die Glocken in einem Fernsehgottesdienst?

Wie begrüßt man am besten die Gottesdienstbesucher*innen (d.h. die Zuschauer*innen)?

Was sollten Sprecher*innen als Gedächtnisstütze nehmen? Möglichst unauffällige Moderationskarten in der Farbe der Kleidung.

Wohin schaut man als Liturg beim Gebet?

Und was sollte die Kamera währenddessen zeigen?

Und vieles mehr.

Zur Technik (Kamera, Ton, Regie, Schnitt) konnte die Referentin nur wenig sagen.

Nur: Dazu braucht man Fachleute, absolute Profis mit einer langjährigen Ausbildung.

Allmählich wurde mir immer klarer:

Dass Fernseh-Gottesdienste so anders sind als unsere sonntäglichen Zusammenkünfte in der Bartholomäus-Kirche, ist kein Wunder;

dahinter steckt intensive Arbeit.

Ein Fernseh-Gottesdienst ist viel mehr als ein abgefilmter Gemeindegottesdienst und ein Gottesdienst in unserer Kirche ist viel mehr als eine Fernsehsendung, nicht nur live, in Farbe und mit bester Tonqualität, sondern auch mit Düften, mit Geschmack (z.B. beim Abendmahl), mit Wetter, das durch sie Fenster auch in der Kirche zu spüren ist, und mit Menschen, denen man in die Augen schauen kann und denen man auch aus dem Weg gehen kann, mit Pfarrern, denen man am Ausgang die Hand gibt, Gottesdienstbesuchern, mit denen man vielleicht anschließend noch im Kirchencafé zusammenstehen kann.

 

Das eine ist nicht besser als das andere, sondern alles hat nebeneinander seine Berechtigung.

Mal ist das eine wichtiger als das andere, mal umgekehrt.

 

An den vergangene Sonntagen ich habe jeweils zuerst um 9.30 Uhr eine kleine Andacht mit einer geschlossenen Gruppe in unserer Kirche erleben dürfen und anschließend um 10.15 Uhr einen Fernsehgottesdienst in meinem Wohnzimmer mitgefeiert.

Heute am 08.05.2020 werde ich wohl nur um 10.00 Uhr beim ökumenischen Fernsehgottesdienst in der ARD zum 75. Jahrestag des Kriegsendes live aus dem Berliner Dom dabei sein.

Schön finde ich, dass ich mir die meisten Fernsehgottesdienste auch noch später zeitversetzt in der Mediathek anschauen kann.

 

Trotzdem sehne ich mich danach, wieder Gottesdienste mit allen Sinnen und zum Anfassen in unserer Kirche feiern zu können.

Wir werden sehen, wann die Zeit dafür reif ist.

 

Paulus schreibt in seinem ersten Brief an die Gemeinde in Thessaloniki:

„Prüft aber alles und das Gute behaltet.“ (1.Thess. 5,21).

 

In diesem Sinne:

Bleiben Sie besonnen;

wir sind gesegnet.

 

Ulrich Meyer-Gieselmann, Pfarrer

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