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Gedanken zur Osternacht 2020

Liebe Geschwister im Reich Gottes!

Wie eigentlich jedes Jahr mache ich mir auch in 2020 am Ostersamstag Gedanken, wie ich die Osterbotschaft weitergeben kann.

Daran, dass ich die Predigt nicht in der Kirche halten kann, habe ich mich fast schon gewöhnt. Stattdessen stelle ich einen kurzen Text auf die Homepage.

Die Frohe Botschaft für den Ostermorgen steht im Matthäus-Evangelium Kapitel 28 die Verse 1 – 10:
1 Als aber der Sabbat vorüber war und der erste Tag der Woche anbrach, kamen Maria Magdalena und die andere Maria, um nach dem Grab zu sehen.
2 Und siehe, es geschah ein großes Erdbeben. Denn ein Engel des Herrn kam vom Himmel herab, trat hinzu und wälzte den Stein weg und setzte sich darauf.
3 Seine Erscheinung war wie der Blitz und sein Gewand weiß wie der Schnee.
4 Die Wachen aber erbebten aus Furcht vor ihm und wurden, als wären sie tot.
5 Aber der Engel sprach zu den Frauen: Fürchtet euch nicht! Ich weiß, dass ihr Jesus, den Gekreuzigten, sucht.
6 Er ist nicht hier; er ist auferstanden, wie er gesagt hat. Kommt und seht die Stätte, wo er gelegen hat;
7 und geht eilends hin und sagt seinen Jüngern: Er ist auferstanden von den Toten. Und siehe, er geht vor euch hin nach Galiläa; da werdet ihr ihn sehen. Siehe, ich habe es euch gesagt.
8 Und sie gingen eilends weg vom Grab mit Furcht und großer Freude und liefen, um es seinen Jüngern zu verkündigen.
9 Und siehe, da begegnete ihnen Jesus und sprach: Seid gegrüßt! Und sie traten zu ihm und umfassten seine Füße und fielen vor ihm nieder.
10 Da sprach Jesus zu ihnen: Fürchtet euch nicht! Geht hin und verkündigt es meinen Brüdern, dass sie nach Galiläa gehen: Dort werden sie mich sehen.

Sie können diese Verse und auch die anderen biblischen Oster-Geschichten hier nachlesen.

Mit dieser Geschichte in Sinn bin ich dann heute Morgen aus dem Haus gegangen.

Es war zugegeben schon etwas später, nicht so früh, wie ich sonst am Morgen des 1. Ostertages aus dem Haus gehe, um den Osternachtsgottesdienst zu feiern.

Ich ging durch die Hauptstraße der aufgehenden Sonne entgegen. Einige Leute begegneten mir. Es war überhaupt kein Problem den empfohlenen Abstand zu halten. Ich konnte auch allen problemlos einen guten Morgen wünschen. Und mein Gruß wurde immer erwidert – meist ausgesprochen freundlich.

Als ich an der Kirche vorbeikam, wurde ich etwas traurig. Die gewohnte Osternachtsfeier wird mir fehlen, auch das anschließende Osterfrühstück im Gemeindehaus.

Ich bin dann weitergegangen, durch das alte Tor auf den Brackweder Friedhof, dachte dabei an die Frauen, die sich am Ostermorgen auf den Weg machten zum Grab Jesu.

Bald traf ich einen Mann mittleren Alters. Er goss die Blumen auf dem Grab seines Vaters. Ich kannte ihn nicht und er mich, wie sich herausstellte, auch nicht.

Nach meinem Gruß entwickelte sich schnell ein Gespräch. Er erzählte von seinem verstorbenen Vater. Wir tauschten uns aus, wie wir in diesem Jahr die Ostertage verbringen könnten.

Zum Beispiel: Heute noch schnell Ostergebäck mit Backpulver backen; Hefe ist ja knapp geworden.

Oder mal früh morgens zu den Lutherquellen gehen und von dort frisches Quellwasser holen. Ein alter Osterbrauch. Und wenn es dort wider Erwarten einen Menschenauflauf geben sollte, ganz schnell umplanen.

Leben heißt schließlich, sich darauf einstellen zu können, wenn etwas anders kommt als erwartet.

Einer jungen Frau bin ich dann auch noch begegnet. Die würdigte mich kaum eines Blickes. Sie hatte ihren Freund dabei, nicht etwa einen jungen Mann an ihrer Seite, sondern ein Smartphone, dass sie sich nahe ans Gesicht hielt und mit dem sie sich offensichtlich angeregt unterhielt.

Auch eine Möglichkeit, um in Verbindung zu bleiben, dachte ich – und ging über die Hauptstraße hoch zum Rosenberg, begegnete auf dem Weg am Waldrand zurück nach Hause noch zwei drei Menschen.

Ein frischer Wind wehte mir um die Nase. Mit der Sonne im Rücken dachte ich: Manchmal kann auch ein Spaziergang ein Gottesdienst sein, ein Freudenfest, weil Gott neues Leben ermöglicht.

Und weiter: Teil dies Erleben mit anderen – und fertig sind die Gedanken zur Osternacht.

Anstelle des Osterfrühstücks könntest du ja ein Osterei im Garten der Nachbarn verstecken, versteckt, aber doch so auffällig, dass es auch gefunden wird – zusammen mit diesen Gedanken auf Papier ausgedruckt.

Oder du schickst Ihnen eine Mail, bittest sie vor die Tür zu schauen und ins Internet unter: http://kirchengemeinde-brackwede.de/pages/corona/gedanken-zur-osternacht.php .

Ich wünsche Ihnen ein gesegnetes Osterfest.

Sicher werden auch Sie viele Ideen haben, wie Sie dieses Fest in dieser besonderen Zeit feiern können, feiern, dass unser Gott stärker ist als der Tod.

Wenn Sie mögen, können Sie mir Ihre Ideen auch mitteilen.

Oder besser noch: Sie erzählen anderen davon und geben so die Osterbotschaft weiter (per Mail, per Telefon, über den Gartenzaun, Ihnen fällt das sicher war ein).

Ulrich Meyer-Gieselmann, Pfarrer

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