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Gedanken zu Gründonnerstag

Zwei Seiten einer Medaille

Liebe Gemeinde, einerseits unerwartete Solidarität unter Nachbarn, andererseits Hamsterkäufe.
Zum einen die Erwartung, dass die Corona-Krise zu einem neuen Miteinander führt, zum anderen die Befürchtung, dass bestehende Ungleichheit sich noch vertieft.
Einerseits Menschen, die um ihre wirtschaftliche Existenz fürchten, andererseits Menschen, die Entschleunigung als Wohltat begrüßen.

Bei all dem sagt der Volksmund: „Zwei Seiten einer Medaille“.
Und in der Tat hat Jede Münze zwei Seiten: Kopf oder Zahl. Auf der Vorderseite das Herrschaftszeichen dessen, der die Münze ausgibt, und auf der Rückseite der Wert. Aber was ist bei einer Münze die Vorder- und Rückseite?

Wie bei einer Münze oder Medaille hat auch das Gebet, das Jesus im Garten Gethsemane spricht, zwei Seiten. In der tiefsten und dunkelsten Stunde seines Lebens, in der Nacht vor seinem Tod am Kreuz, betet Jesus: „Vater, willst du, so nimm diesen Kelch von mir; doch nicht mein, sondern dein Wille geschehe.“ (Lukas 22,42)
Wenn Jesus bittet „nimm diesen Kelch von mir“, dann ist das ein Gebet abgrundtiefer Aufrichtigkeit.
Es ist sein zutiefst persönlicher Wunsch, sein eigener Wille.
Aber dann dreht Jesus gleichsam die Medaille um und betet weiter „doch nicht mein, sondern dein Wille geschehe.
Wenn wir uns Gott zuwenden und unser Leben in sein Kraftfeld stellen, dann findet das darin seinen Ausdruck, dass wir zu Gott beten „dein Wille geschehe“.
Wir fragen dann nach Gottes Plan für uns, nach dem Weg, den er für uns bereitet ist und auf dem Gott selbst uns entgegenkommt.

Dieses Gebet mit den zwei Seiten findet sich in den anderen Evangelien, in Matthäus 26,39, bei Markus 14,36 und klingt auch bei Johannes 18,11 an.
Jesus hat die beiden Seiten des Gebetes aus Herzensgrunde heraus gesprochen.
Es sind zwei Seiten Jesu, zwei Seiten des Betens.

Darum dürfen auch wir unsere Wünsche und Klagen, unsere Sehnsucht und Verlangen in unser eigenes Gebet legen.
Und zugleich diese dem souveränen Willen des Allmächtigen anheim stellen.
So wie es im Vaterunser heißt: Dein Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden!

Pfarrer Ingo Stucke

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