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Gedanken nach Ostern

Die Feiertage sind vorbei. Feiertage?

Bei meinem Spaziergang am Morgen des 1. Ostertages habe ich ein älteres Ehepaar mit Rollator überholt und habe freundlich „Guten Morgen“ gesagt, obwohl ich die beiden noch nie gesehen hatte. Viele Leute waren zu der Zeit ja noch nicht unterwegs.

„Guten Morgen“, erhielt ich zur Antwort, „Frohe Ostern kann ja dieses Jahr wohl nicht sagen.“

Da bin ich stehen geblieben. Und wir haben uns einige Minuten gut unterhalten.

„Wieso denn nicht?“, fragte ich zurück, „Wir haben, so alt wie wir sind,  doch sicher schon schlechtere Zeiten erlebt als dieses Jahr.“

Der Mann war, das stellte sich dann heraus, über 90 Jahre alt. Er konnte sich noch gut an die Zeit vor 80 Jahren erinnern.

Damals schossen Deutsche auf Franzosen. Und die Franzosen schossen, wenn möglich, zurück.

Heute rufen Deutsche aus Freiburg in Frankreich an, wenn sie hören, dass es dort nicht mehr genug Krankenhausbetten mit Beatmungsgeräten gibt, um alle Menschen ausreichend zu versorgen, die am Corona-Virus erkrankt sind. Sie bieten an, Schwerkranke mit dem Rettungshubschrauber abzuholen und in Freiburg zu behandeln. So ist das denn auch geschehen.

Heute las ich auf meinen Smartphone die Geschichte von einem Mann, dem genau das passiert war, einem Franzosen, der in Deutschland aus dem Koma erwachte, erst überhaupt nicht begreifen konnte, was mit ihm geschehen war. Dann allmählich aber doch verstand, dass Deutsche und Franzosen ihm gemeinsam das Leben gerettet hatten. Inzwischen geht es ihm schon wieder so gut, dass er anderen rät, den Empfehlungen der Fachleute zu folgen.

Das hatte ich am Sonntagmorgen selbstverständlich noch nicht gelesen. Trotzdem wurden der alte Mann und ich uns schnell einig, dass Helfen besser ist als Schießen, dass wir lieber in 2020 Ostern feiern als 1940.

Als sich unsere Wege dann trennten, haben wir uns „Frohe Ostern“ gewünscht; und das war von uns beiden sehr ernst gemeint und kam von Herzen.

Ich hoffe, dass auch Sie frohe Ostertage erleben durften. Vielleicht erzähle ich Ihnen morgen noch mehr.

Wenn Ihnen meine Gedanken gefallen, dann habe ich eine kleine Bitte an Sie: Geben Sie das, was Sie gerade gelesen haben, weiter. Drucken Sie es z.B. aus und stecken es (mit einem kleinen Gruß von Ihnen verbunden) in der Briefkasten eines Menschen, der nicht wie Sie im Internet unterwegs ist. Oder lesen Sie es vor - in einem Gespräch z.B. am Telefon.

Wenn Sie mir zusätzlich auch noch eine Rückmeldung geben wollen, gerne. Das andere ist mir aber wichtiger.

Bleiben Sie behütet.

Ulrich Meyer-Gieselmann, Pfarrer

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