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Gedanken nach dem 2. Sonntag nach Ostern

Ein sehr schönes Wochenende

Liebe Leserinnen und Leser!

Wie war ihr Wochenende?

Gerne würde ich Ihre Antwort auf meine Frage hören.

Aber das geht natürlich nicht, wenn ich meine Gedanken hier aufschreibe. Da muss uns schon ein anderer Weg einfallen.

 

Ich möchte Ihnen gerne erzählen, was ich erlebt habe.

Mir ist es gut ergangen.

ch brauchte keinen Gottesdienst vorzubereiten und halten.

Aber ich durfte einen Gottesdienst in meinem Wohnzimmer vor dem Fernseher mitfeiern.

Auf diesen Gottesdienst durfte ich mich in einem kurzen Treffen in unserer Brackweder Kirche vorbereiten.

Wir haben in einer kleinen Gruppe (selbstverständlich mit dem gebotenen Abstand) auf den Wochenspruch gehört, den Wochenpsalm gemeinsam gebetet, mehrfach das Evangelium des Sonntags gelesen, ein Glaubensbekenntnis gesprochen und haben unsere Gebetsanliegen vor Gott gebracht. Wir durften sogar Orgelmusik hören.

Die Stille hat mir gut getan.

Anschließend bin ich zügig, aber nicht gehetzt nach Hause gegangen.

3 Minuten vor Gottesdienstbeginn saß ich vor dem Fernseher in meinem Wohnzimmer und durfte miterleben, wie eine evangelische Pfarrerin und ein katholischer Priester gemeinsam sehr kompetent den Gottesdienst leiteten, was wäre das das Selbstverständlichste auf der Welt.

Das war schön anzusehen.

Auch in anderen Wohnungen in Brackwede werden Christinnen und Christen gleichzeitig Gottesdienst gefeiert haben, evangelische und katholische miteinander, vielleicht sogar Menschen, die keiner Kirche angehören.

Diese Vorstellung machte mich glücklich.

 

Nachmittags begegnete mir dann in unserer Kirche eine orthodoxe Christin.

Sie begrüßte mich mit den Worten: „Der Herr ist auferstanden!“

Und ich antwortete: „Er ist wahrhaftig auferstanden.“

Da war uns beiden klar, uns verbindet viel miteinander, auch wenn wir uns noch nie gesehen hatten.

Wir haben uns dann noch kurz über das Verbindende zwischen orthodoxen und evangelischen Christen unterhalten.

Sie hat mir einige gedruckte Ikonen gezeigt - und ich ihr einen Text von Dietrich Bonhoeffer.

Die Frau hat danach noch lange in unserer Kirche gebetet und mehrere Kerzen angezündet.

 

Für mich war das gelebte Ökumene von unten.

 

Bei einem meiner Spaziergänge am Wochenende sah ich, wie 2 Jungs aus unserer Chorschule bei herrlichen Wetter mit ihren Eltern im eigenen Garten spielten.

Eine Frau, der ich eine Geburtstagskarte in den Briefkasten werden wollte, stand an ihren geöffneten Küchenfenster.

Davor saßen einige Nachbarn auf Gartenstühlen auf dem Rasen, auch sie mit dem gebotenen Abstand, teilweise mit einem offensichtlich gut temperierten Glas Weißwein in der Hand.

 

Savoir Vivre, zu wissen, wie man gut leben kann, das konnten früher nur die Franzosen.

Heute scheinen wir Deutschen viel von ihnen gelernt zu haben, auch wenn wir zurzeit nicht mehr so einfach die Grenze überqueren können wie noch vor einigen Wochen.

 

Für mich ist das Europa – gelebtes Europa.

 

Trotzdem sind ostwestfälische Christen noch lange keine Franzosen.

Wir bleiben schon weiter unseren Wurzeln verbunden.

Savoir Vivre, das bleibt weiter das Motto der Franzosen.

 

Und unser Motto?

Wie lautet das?

Das könnte z.B. der Anfang des 103. Psalms sein.

Er stand auf meiner Geburtstagskarte.

Lobe den HERRN, meine Seele,

und was in mir ist, seinen heiligen Namen!

Lobe den HERRN, meine Seele,

und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat.

(Psalm 103. 1-2)

Diese Worte werden mir in dieser unruhigen Zeit immer wichtiger.

Mit Ihnen gehe ich in die neue Woche und freue mich schon auf das nächste Wochenende.

 

Bleiben Sie besonnen.

Wir sind behütet.

 

Ulrich Meyer-Gieselmann, Pfarrer

K  
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